Paralinguistische Stimmcharakteristika bei Major Depression

Projektleitung

Prof. Dr. Matthias Berking

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kooperationen

Prof. Dr. Björn Schuller, Universität Augsburg

Prof. Dr. Jarek Krajewski, RFH Köln

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Eva Eichler, M.Sc. Psych.

Beschreibung

Die Erklärung, Diagnostik, Vorhersage und Behandlung der Major Depression stellen nach wie vor zentrale Herausforderungen der Psychotherapieforschung dar.

Als neuer und innovativer Ansatz in der Diagnostik und Therapie der Depression erforscht die Paralinguistik Intonationsmerkmale wie Sprechpausen, Sprachrhythmus, Intonation, Tonhöhe und Lautstärke. In diesem interdisziplinären Projekt arbeiten die klinische Psychologie und Informatik zusammen, um über optimierte Algorithmen Depressionen anhand paralinguistischer Stimmcharakteristika (PSCs) möglichst gut zu erkennen, vorherzusagen und zu klären, inwieweit ein bestimmter Intonationsstil dazu beiträgt, die Depression aufrecht zu erhalten.

Darüber hinaus wollen wir die PSCs perspektivisch auch als Therapie einsetzen. Das bedeutet, dass Therapeuten nicht nur, wie gewohnt in der Depressionsbewältigung, mit ihren Patienten erarbeiten, was sie sich sagen, sondern auch wie. Ein Du schaffst das schon! mit leiser, monotoner und kraftloser Stimme wird nichts bewirken, da es nicht emotional überzeugend klingt. Wenn der Satz dagegen mit kraftvoller, deutlicher und dynamischer Stimme ausgesprochen wird, sind die Chance deutlich größer, dass sich damit auch ein Gefühl von Hoffnung und Optimismus auslösen lässt.

Das von der DFG geförderte Forschungsprojekt will die wissenschaftliche Grundlage hierfür schaffen. Dazu sollen Sprachproben mit Hilfe von maschinellem Lernen untersucht werden, um Intonationsunterschiede zwischen klinisch-depressiven und nicht-depressiven Personen zu erkennen. Wir werden Algorithmen entwickeln, mit deren Hilfe depressionsrelevante Intonations-Muster identifiziert werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dann wiederum helfen, ein Intonations-fokussiertes Feedback-Training zu entwickeln, das Menschen mit Depressionen helfen soll, depressive Phasen zu bewältigen.

Aktueller Stand

Projektplanung, voraussichtlicher Beginn der Datenerhebung Frühjahr 2020